Traktionsbehandlung
Eine Traktionsbehandlung (oder Zugbehandlung) ist eine physiotherapeutische Methode, bei der ein gezielter, leicht dosierter Zug auf ein Gelenk oder die Wirbelsäule ausgeübt wird, um es zu entlasten. Ziel ist es, Druck auf Nerven, Bandscheiben und Gelenkstrukturen zu reduzieren, wodurch Schmerzen gelindert, die Beweglichkeit verbessert und Muskelverspannungen gelöst werden. Die Traktion kann manuell vom Therapeuten, mit mechanischen Apparaten wie dem Schlingentisch oder durch Schwerkraft (bei der Extensionsbehandlung) erfolgen.
Wie funktioniert die Traktionsbehandlung?
- Druckminderung:
Der leichte Zug entfernt die Gelenkpartner voneinander und vergrößert den Gelenkspalt. - Nervenentlastung:
Dies reduziert den Druck auf komprimierte Nervenwurzeln, z.B. im Bereich der Wirbelsäule, und kann bei Nervenreizungen oder Bandscheibenvorwölbungen helfen. - Verbesserung der Beweglichkeit:
Durch die Entlastung können sich Muskeln und Bänder entspannen, was die Gelenkbeweglichkeit erhöht. - Förderung der Heilung:
Die verbesserte Durchblutung und die Entlastung der Strukturen können die Reparaturprozesse des Körpers unterstützen.
Anwendungsgebiete:
Die Traktionsbehandlung wird häufig bei folgenden Beschwerden eingesetzt:
- Schmerzen im Rücken und der Halswirbelsäule
- Bandscheibenvorfälle oder -vorwölbungen
- Gelenkblockierungen
- Arthrose und andere Gelenkverschleißerscheinungen
- Nervenreizungen und Funktionsstörungen des Bewegungsapparates
- Migräne, Spannungskopfschmerz und Schwindel
Methoden der Traktion:
- Manuelle Traktion:
Der Therapeut übt den Zug mit den Händen direkt am Gelenk aus. - Gerätetisch-Traktion (Schlingentisch):
Mit einem speziellen Tisch, der mit Schlingen ausgestattet ist, kann das Körpergewicht teilweise oder ganz aufgehoben werden, was die Gelenke in einem nahezu schwerelosen Zustand dehnt und mobilisiert. - Mechanische Traktion:
Hierbei kommen mechanische Zugapparate zum Einsatz.
Die Anwendung der Traktion wird individuell angepasst, um den bestmöglichen Therapieerfolg zu erziele